Happy Birthday! Die erste Kinderparty

„Oh Gott, wir machen das dieses Jahr aber noch nicht, oder??“ Das war der Satz, den der Fipspapa und ich im letzten halben Jahr panisch aussprachen, sobald die Rede auf Kindergeburtstage bzw. die entsprechende Party kam. Das ganze Haus voller Kinder, die gefüttert und entertaint werden wollen?! Zur Hülfe!! Dachten wir. Aber wir haben uns dann doch getraut. 

Meine erste Erfahrung mit einem Dreijährigen-Geburtstag war auch nicht unbedingt der Hit. Solange alle spielten und sich mit den neuen Geschenken amüsierten, fand ich alles ganz in Ordnung. Doch das Highlight der Veranstaltung war das Auftischen der (tiefgefroren gekauften) Fertigtorte – bzw. eher das Foto vom Auftischen derselben.

Also, damit wir uns recht verstehen: Ich hab nix gegen Fertigtorten. Persönlich produziere ich Kuchen und so lieber selbst, aber das hat mehr damit zu tun, dass ich nun mal gern backe. Ich hab auch nichts dagegen, dass große Momente mit der Kamera festgehalten werden.

Und jetzt sagen alle mal Cheeeeeeeese…!

Doch wenn das Partyhighlight darin besteht, sämtliche (bereits völlig kuchengeile) Kinder mit viel Brimborium  um einen wackligen Klapptisch mit Coppenrath-und-Wiese-Erzeugnissen zu gruppieren und dann das ganze Arrangement inklusive Festgesellschaft nochmal durch den halben Garten zu dirigieren, um die optimalen Lichtverhältnisse zu schaffen, dann bekomme ich Zweifel. Und drei Mal darf man raten, wer am Ende nicht mit auf dem Foto war (Fips nutzte die Gelegenheit, um endlich konkurrenzlos den elektronischen Fuhrpark zu testen) bzw. sich mit möglichst neutraler Miene dezent an den Rand drückte (*hust*). Na ja.

Dass die heißersehnte Torte dann mithilfe eines stumpfen Plastemessers und Fingern auf die Teller geklatscht wurde, war übrigens Teil dieser zweifelhaften Partyerfahrung. Genau wie die Anwesenheit mehrerer kleiner Partyzicken samt Partyzickenmama (oder nennt die sich dann Partygeiß?) und gezwungenem Smalltalk. Danach hatte ich jedenfalls noch keine Lust auf Kinderparty.

Relaxt geht’s auch

Das änderte sich dann am Geburtstag von Fips‘ Lieblingskumpel. Um 15 Uhr lieferten wir das Fipskind dort ab. „Um 18 Uhr kannst du wiederkommen“, sagte die entspannte Gastmama an der Tür, während Fips hinter ihr bereits in das quiekende Kinderbündel eintauchte.

Als ich also drei Stunden wieder vor der Tür stand, war das Kinderbündel immer noch quiekend und rennend in Aktion. „Wir waren auf dem Spielplatz und jetzt spielen sie. Willst du Pizza?“, fragte die (nach wie vor völlig gelöste) Gastmama. Och ja. Gern. Ich setzte mich also an den Esstisch, an dem bereits mehrere Elternpaare vor einem Potpourri aus Pizza, Kuchen, Weingläsern und Knabbergebäck saßen und sich freundlich über aktuelle Themen (Corona, was sonst), Pizzabacken auf Sizilien und verfluchte Häuser im Zusammenhang mit Schamanismus unterhielten. Ich setzte mich dazu und irgendwann kam auch ein verschwitzter Fips vorbeigerannt, um mal kurz einen Schluck zu trinken und keine Zeit zum Essen zu haben.

Kurz, als wir uns anderthalb Stunden später verabschiedeten, war Fips so erledigt, dass er beim Jackeanziehen beinahe im Stehen einschlief. „War es schön?“, fragte ich draußen. „Ja!“, sagte Fips und fuhr noch mal allen Enthusiasmus auf. Okay, dachte ich. Vielleicht kann ich das dann doch.

Unser erster Geburtstag

Kuchen, Spielplatz, Rumtoben – das müsste doch hinzukriegen sein. Fips wählte vier Kinder aus der Kita-Truppe aus, wir kauften ein paar Luftballons, Tröten und Luftschlangen, ich lud eine Kinderlieder-Playlist auf meine Spotify-App, suchte mir ein leckeres Muffinrezept raus und plante ebenfalls eine Pizza zum Abendessen ein. Fertig. Ach so, weil die Panik doch noch zurückkkehrte, lud ich außerdem unser Kindermädchen ein, um die Partylast ein wenig zu verteilen.

Der Partytag ist da!

Was soll ich sagen. Ich backte die leckersten Muffins-samt-Topping meiner Gebäckgeschichte und Fips übte sich fleißig im Eieraufschlagen (sehr erfolgreich und knirschfrei, btw). Fips freute sich auf die Gäste und die Gäste freuten sich über die Luftschlangen und über die wirklich hübschen Muffins. Gegessen haben sie allerdings keinen einzigen: Stattdessen stürzte man sich mit Begeisterung auf die gekauften Notfall-Schokokekse 😀

Zuerst dachte ich auch, dass unser Kindermädchen sich langweilen würde, da nur die Hälfte der eingeladenen Kinder kommen konnten. Aber es stellte sich heraus, dass 2 ein guter Betreuungsschlüssel für 3 Kleinkinder ist, wenn es ums Bei-Laune-halten, Anziehen oder auf-dem-Spielplatz-in-die-Büsche-kacken geht. Denn wenn auch zwei Kinder wollen, was man selber will – eins will dann doch lieber das Gegenteil.

Must-Haves für die Kinderparty

Aber so teilten wir uns auf und das klappte wunderbar, bis nach einigen Schokoladenpausen, der (tatsächlich teils verspeisten) Pizza und der Umfunktionierung vom Fipsbett zum Turngerät wieder die anderen Mamas und Papas auf der Matte standen.

Von meinen High-Class-Muffins bekamen dann übrigens sämtliche Nachbarn etwas ab. Und in der Tiefkühltruhe sind auch noch welche. Bevor ich nächstes Jahr wieder in Planungspanik verfalle, hier eine Notiz an mich selbst,  was man WIRKLICH braucht:

  • moralische Unterstützung (danke, Anny <3)
  • gekaufte Schokokekse
  • Gelassenheit

Und vielleicht ein paar Luftschlangen. Alles andere: unnötige Aufriss. Happy Birthday, Fips!!

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